Der zweite Tag: der Tag der Trennung

Im ersten Tag treten Adam und Eva als die zwei Zeugen auf und Gottes Plan wird erfüllt: der Mensch macht sich der Erde untertan, er ist fruchtbar und vermehrt sich. Der erste Tag hält weiterhin an, Vermehrung des Menschen, Forschung und Entwicklung gehen weiter.

Der Tag der Kirche

Der zweite Tag der Schöpfung ist der Tag der Trennung, d. i. die Absonderung zur Verheißung. Seine zwei Zeugen sind Abraham und Sarah. Sie wurden aus ihrer Heimat in Ur herausgerufen um mit Gott zu leben. Der zweite Tag ist der Tag der Kirche. Das ist die Kirche: die ekklēsía, das heißt die Herausgerufenen. Die Herausgerufenen sind aus der Welt heraus gerufen um mit Gott zu leben.

Der zweite Tag beginnt mit Abraham, aber trotzdem ist er ja in Genesis schon bezeugt. Man sieht daran wie eine Tiefe der Verquickung der verschiedenen biblischen Begebenheiten. Man sieht daran den einen Autor der Bibel. Der schreibt in Genesis 1, 6-8: „Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.“

Wir lesen hier von einem Trennungsvorgang. So wurde auch Abraham von seiner Heimat und seinen Verwandten getrennt um mit Sarah und Isaak mit Gott zu leben.

Mit dem Auftritt der zwei Zeugen Abraham und Sarah wird der zweite Tag aus ihnen gewonnen und Gottes Plan für den zweiten Tag wird vollbracht. Der zweite Tag hält weiterhin an, wie die anderen Tage der Schöpfung auch. Seit Abraham und Sarah laufen zwei Tage der Schöpfung simultan.

Die Geburtswehen

Bevor der neue Tag beginnt, wird er eingeläutet durch eine Phase der Vorbereitung und ein Aufbäumen und Erupieren kurz zuvor. In den Evangelien im Neuen Testament spricht Jesus von den Geburtswehen des nächsten Tages. Zum Beispiel im Matthäusevangelium 24,3 fragen die Jünger Jesus, woran man erkennen kann, wann der nächste Zeitabschnitt beginnt: „Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“. Daraus kann man erkennen, daß die Jünger mit dem Konzept, daß es Vorzeichen vor einem neuen Zeitabschnitt gibt, vollkommen vertraut waren. Da diskutierte niemand, ob es denn Vorzeichen gibt – oder neue Zeitalter. Das wurde vorausgesetzt. Es ging nur darum, wie diese zu erkennen sind.

In der Antwort Jesu – „Das alles aber ist der Anfang der Wehen.“ (V. 8) – wird erkennbar, daß auch das Konzept der Vorwehen für so einen neuen Tag vollkommen klar war. Es muß nicht erst noch erklärt werden, welcher Art irgendwelche Vorzeichen sein könnten. Zumindest so weit war es klar: es werden Wehen sein. Deswegen konnte Jesus das so sagen. Für den ersten Tag konnten wir dazu lesen: „und die Erde war wüst und leer“. Das war ja die Unbeugnis bevor die Formgebung stattfand.

Für den zweiten Tag fällt unser Blick auf die Frühgeschichte.  Nach der Sintflut entstand das Völkermeer als Folge des ersten Tages (seit fruchtbar…). Die Völkerfluten finden ihren Antitypus in den oben erwähnten Wassern von Genesis 1, 6-8 und das Bild des Meeres für die Völker wird ja in der ganzen Bibel durchwegs benutzt. Die Eruption vor der Geburt des zweiten Tages ist die Sprachverwirrung. Sie bringt das Völkermeer zum überschwappen, bildlich gesprochen, und zerstört den Monolith, den die Welteinheitsgesellschaft unmittelbar nach der Sintflut darstellte. Die Formlosigkeit der Völkerwogen wiederum gewinnt Kontur dadurch, daß Gott eine Feste zwischen den Wassern machte und sie Himmel nannte, also Abraham und Sarah aus dem Völkermeer herausrief.

Der Plan Gottes für jeden Tag

So wie jeder Tag der Schöpfung durch zwei Zeugen bezeugt und gewonnen ist, so hat Gott für jeden dieser Tage auch einen Plan, der durch diesen Tag in Erfüllung gebracht wird. Gottes Plan für jeden der Tage der Schöpfung wird erfüllt, nachdem die zwei Zeugen für den jeweiligen Tag aufgetreten sind. Man kann hier erkennen, daß Handlungsabläufe und Geschichte für Gott wichtig sind. Er bedient sich dieser Mittel um der Schöpfung Wahrheit zu offenbaren.

Für den zweiten Tag spricht Gott seinen Plan zu Abraham. Was ist dieser Plan? Das Evangelium, die frohe Botschaft. Im Brief an die Galater 3, 16 wird davon berichtet: „Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen.“

Was war die frohe Botschaft? Das durch den Nachkommen die Völker gesegnet werden. Vergleiche 1. Mose 22, 18 (NeÜ): „Und durch deinen Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet sein, weil du mir gehorcht hast.“

Dieser Plan Gottes für den zweiten Tag ist seitdem in Erfüllung und wird weiterhin erfüllt, wie jeder, der schon mal eine Kirche gesehen hat wissen kann.

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