Die Tage der Schöpfung

Die Menschen im abendländischen Kulturkreis kennen die Geschichte von Adam und Eva, den Schöpfungsbericht aus der Bibel. Sie kennen auch die berühmteren Kunstwerke dazu. So ein Publikum ist natürlicherweise empfänglich für gewinnversprechende zusätzliche Informationen zu diesem Bericht und Interpretationen. Angeboten wurden über die Jahrhunderte auch Interpretationen, die sich vornehmlich mit der Bedeutung des Berichtes auf der symbolischen Ebene auseinandersetzen.

Eine solche Darstellung der Symbolik der biblischen Genesis (1. Mose 1-2) soll auch hier gegeben werden. Der Versuch unternommen werden, in diesen tieferen Ebenen zu verstehen, was Gott uns dort erzählt.

Im Gegensatz zu vielen symbolischen Interpretationen der Genesis, soll hier die symbolische Ebene nicht als Alibi mißbraucht werden, die konkrete Ebene als unzulänglich und wertlos auszuweisen und so aus dem Verkehr zu ziehen. Die Genesis wird weiterhin als historischer Tatsachenbericht begriffen. Gefühlswelten, die eine Harmonisierung von Evolutionsmystik mit biblischer Symbolik nötig haben, werden nicht mit dem bestimmenden Mandat ausgestattet.

Eine Auslegung der Bibel, welche die symbolische Ebene bewußt vernachlässigt, wird sich immer wieder an der Frage stoßen, ob eine Passage nun doch lediglich „wörtlich“ oder „geistlich“ zu verstehen sei. Ist man dann versehentlich in der falschen Ecke gelandet, hat man den Fehler begangen, eine Bibelpassage unrechtmäßig zu „vergeistlichen“ oder „zu wörtlich“ zu nehmen. Je nachdem eben.

Hat man die konkrete, historische Ebene erst einmal als Gegensatz zu ihrer symbolischen Bedeutung ernannt, wird man blind für ihre eigentliche Bedeutung. Ein allmächtiger Gott läßt Geschichtenabläufe nicht einfach irgendwie per Zufall passieren. Sondern er macht mit seiner Geschichte Aussagen. Aussagen, die uns Menschen (und dem Rest der Schöpfung) die Wahrheit offenbaren.

Die Aufzeichnungen in Genesis 1 berichten uns von sechs Arbeitstagen Gottes und dem siebten Tag der Ruhe Gottes. Alle diese Tage sind historische Ereignisse, die damals konkret so passiert sind. Zusätzlich sind sie symbolische Beschreibungen tieferer Wahrheiten der Schöpfung. Das heißt, jeder dieser Tage dauert fortwährend an und ist Teil der Schöpfung, also in ihm ist jeweils eine Eigenart der Schöpfung enthalten.

Die Tage sind:

der erste Tag, der Tag der Form,
der zweite Tag, der Tag der Trennung,
der dritte Tag, der Tag des ewigen, moralischen Gesetzes,
der vierte Tag, der Tag des Lichtes,
der fünfte Tag, der Tag des Anfang des Lebens,
der sechste Tag, der Tag des Bildnisses,
und der siebte Tag, der Tag der Ruhe Gottes.

Diese Bezeichnungen für die Tage sind frei gewählt, möglichst entsprechend der Wahrheit die sie enthalten. Es ist natürlich frei gestellt auch andere Titel zu verwenden. Je nachdem eben, was gewinnbringender ist.

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